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Gedankensplitter: Drückeberger

Drückeberger sind ja offenbar ganz schlimme Leute. Faule Säcke, Sozialschmarotzer. Deswegen werden sie überwacht, verfolgt, kontrolliert, bespitzelt. Und wehe, sie kommen einem Arbeitsangebot nicht nach oder verweigern eine Bewerbung – schon drohen ihnen strenge Strafen.

Ehrlich gesagt – ich verstehe nicht, warum das so ist.

Jedes Mal, wenn ich ich mich beworben habe und wieder eine Absage bekomme, denke ich: es gibt viel zu wenig Drückeberger im Lande. Was wäre, wenn derjenige, der den Job bekommen hat, sich in der sozialen Hängematte ausgeruht hätte? Vielleicht hätte ich dann den Job bekommen...

Also – Drückeberger finde ich gut. Sie schnappen den Arbeitssuchenden keine ersehnten Jobs vor der Nase weg!

Bei der Verfolgung von Drückebergern geht es offensichtlich gar nicht darum, dass freie Arbeitsstellen besetzt werden, sondern vor allem darum, dass Gründe gefunden werden, Sozialleistungen zu kürzen und Geld zu sparen. An der Arbeitssituation ändert das alles jedenfalls überhaupt nichts.